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Bericht vom 26.06.2020 (Hilko Schwitters)

Quelle: Ostfriesischer Kurier

TuRa Marienhafe bringt das Konzept 23— für die Jugend A B und C auf den Weg - Eigengewächse wichtig

Klaus Näckel und sein langjähriger Partner Detlef Loos legten einen umfassenden Leitfaden vor. ,,Alle waren begeistert", sagt Spartenleiter Tido Poppinga.


Familiärer Zusammenhalt, Fleiß und ein absolutes Faible für ihren Sport: Damit haben Marienhafes Handballer ihren Verein TuRa seit Jahrzehnten als Hochburg in Ostfriesland glänzen lassen. Dank ihrer Talentschmiede mit zahlreichen Jugendteams aller Altersklassen schafft es die große Sparte mit ihren engagierten ehrenamtlichen Helfern immer wieder aufs Neue, die Leistungsmannschaften zu besetzen. So mischen die Aushängeschilder dank der Eigengewächse in der kommenden Saison bei den Männern in  der Landesliga und bei den Frauen wieder in der Landesklasse   mit. Mit dem neuen „Konzept 23“ versucht TuRa nun, seine tatkräftige Jugend- förderung weiter zu optimieren. Das ausgefeilte, vielseitige Projekt wird zunächst von der männlichen A-, B- sowie C-Jugend umgesetzt und soll danach auf die weiblichen Teams dieser Altersklassen ausgeweitet werden. „Nach  der umfassenden Präsentati- on waren alle begeistert und zeigten sich offen dafür“, sagt TuRas Abteilungsleiter   Tido Poppinga.

Gab es früher noch Derbys im Altkreis Norden, halten die Marienhafer die Fahne der Handballer hier inzwischen fast allein hoch. „Wir müssen immer wieder selbst für Nachwuchs sorgen, der in unseren Erstmannschaften spielen möchte“, weiß Poppinga. Von ihren jungen Talenten profitieren sowohl die erste Herren- wie die erste Damenmannschaft derzeit besonders stark, ein intensiver Verjüngungsprozess wurde eingeleitet. Nach dem Abstiegskampf der Männer und dem zwischenzeitlichen Rückzug bei den Frauen will TuRa mittelfristig wieder mehr „Wir wollen oben mitspielen und wieder aufsteigen“, sagt der Marienhafer Abteilungsleiter. Das „Konzept 23“ – zunächst ausgelegt auf das Jahr 2023 – soll helfen, dieses Ziel zu erreichen. Dabei spielt Klaus Näckel eine Schlüsselrolle. Der Rheinländer hatte zuvor beim Sportverein ART Düsseldorf und dem Neusser HV gemeinsam mit Detlef Loos über Jahre hinweg intensiv Jugendarbeit bis hin zur Teilnahme an Deutschen Meisterschaften betrieben. Seit der vergangenen Saison fungiert Näckel als Trainer der TuRa-Herren. Zusätzlich betreut er inzwischen als Nachfolger von Roger Scheweling die A-Jugend. Näckel hat das Nachwuchskonzept, das stark an die Vorgaben des Rahmentrainingskonzeptes des Deutschen Handballbundes anlehnt, auf die Marienhafer Sparte zugeschnitten.

In einem eindrucksvollen Referat präsentierte er das „Konzept 23“ dem Abteilungsvorstand. „Alle waren sehr angetan. Jeder gibt bei uns sein Bestes. Aber so etwas hatten wir bisher nicht“, spricht Poppinga von einer breiten Akzeptanz. Das umfangreiche Arbeitspapier mit ausführlichen Informationen zu vielen Facetten des Handballsports soll nun Schritt für Schritt eingeführt werden. TuRas Jugendkoordinator Leon Neumann, gleichzeitig Coach bei der B-Jugend, soll den Marienhafer Nachwuchstrainern bei der Umsetzung Hilfestellung geben. Poppinga lobt den Katalog an wichtigen Ratschlägen: „So bekommt man einen Leitfaden an die Hand.“ In den Augen von Initiator Näckel war der Zeitpunkt nach dem Abstieg aus der Verbandsliga, in der TuRa über einige Jahre als feste Größe gefiel, reif, in der Ausbildung der wichtigen Eigengewächse nachzulegen.

„Dass in Marienhafe so viele Mannschaften am Spielbetrieb teilnehmen, ist eine absolut tolle Leistung“, lobt Näckel, den die Marienhafer ihrerseits als wichtigen Zugewinn sehen. „In dieser gut bestehenden Handballabteilung“, so der Coach, seien nun Ziele formuliert worden, um sich weiter zu verbessern. So steht im Vorwort zum „Konzept 23“: TuRa möchte ein Jugendkonzept mit dem Ziel der optimalen Jugendförderung auf den Weg bringen. Im Mittelpunkt steht: Spaß haben. Nachwuchsarbeit sei zukunftsorientiertes Handeln mit dem Ziel, bei den Senioren weiter erfolgreichen Handball zu spielen, aber dies mit einer möglichst hohen Anzahl an Eigengewächsen. Die Schlussfolgerung: „Um dies zu realisieren, bedarf es einer über Jahre hinweg konsequent geführten Jugendarbeit, deren Ziele und Umsetzung in diesem ausgearbeiteten Jugendkonzept definiert werden.“

Jugendliche für den Handball begeistern und gewinnen, dem Nachwuchs eine sportliche Zukunft und eine Wohlfühl-Atmosphäre bieten, den Gemeinschaftssinn fördern, Integration, Erlebnisse vermitteln oder das Verantwortungsbewusstsein schärfen, gehören zu den allgemeinen Zielen. Der Wunsch nach sportlichem Erfolg lässt sich auf einer wichtigen Basis erfüllen: „Õualifiziertes und systematisches Schulen der handballerischen Fähigkeiten sowie Spielintelligenz und Athletik bilden die Grundlage“, heißt es im Allgemeinen.

Das Handballer-Herz schlägt beim Studieren der umfassenden, auf die Altersklassen zugeschnittenen Trainingsinhalte höher. In den Details gibt es Hinweise bis hin zur Athletik, Technik und Taktik spezifisch zugeschnitten auf jede einzelne Position. „Das Spiel wird immer athletischer. Ein einheitliches Spiels System mit aggressiver Abwehr, temporeichem Angriffsspiel und dem Potenzial, vorn gute Lösungen zu finden, ist positiv. Im Training geht es auch immer wieder darum, wie mit der Fehleranalyse umgegangen wird“, nennt Näckel einige Facetten des Papiers. Der Austausch mit Trainern, auch spartenübergreifend, interne Schulungen, Leistungsdiagnostik oder die Zusammenarbeit mit Schulen gehören dazu. Klar ist: „Das Ganze braucht Zeit“, betont Näckel. „Wir wollen mal sehen, was in den nächsten Jahren möglich ist.“