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Gronewold muss Karriere beenden

Bericht vom 15.09.2015

Quelle: Ostfriesischer Kurier

Torjäger von TuRa hängt Schuhe schweren Herzens an den Nagel

Ein schwerer Knorpelschaden im linken Knie verbietet weitere Spiele.

Wenn der Verbandsligist TuRa Marienhafe am Sonnabend mit dem Auswärtsspiel beim Aufsteiger SG Bremen/Hastedt in die neue Saison startet, fehlt Kai Gronewold. Schweren Herzens hat sich der Torjäger von den Brookmerlander Handballern verabschieden müssen. Aufgrund eines schweren Knorpelschadens im linken Knie muss der wurfgewaltige Rückraumspieler bereits im Alter von 27 Jahren seine Karriere beenden. Inzwischen musste er sich zum fünften Mal an dem lädierten Gelenk operieren lassen. „Jetzt sind die Schäden zu groß. Mein Arzt hat mir klar zu verstehen gegeben, dass ich aufhören muss. Das fällt mir schwer, aber es muss leider sein“, sagt Gronewold.

Ob Handball oder Fußball, die Jagd nach dem runden Leder war von Kindesbeinen an seine große sportliche Leidenschaft. BeiTuRaversuchte er über Jahre, seine beiden Hobbys unter einen Hut zu bekommen. Als Fußballer gehörte Gronewold bereits zu den B-Junioren des BSV Kickers Emden in der Niedersachsenliga, als Handballer holte ihn Wolfgang Ladwig in den Kader des ehemaligen Zweitligisten OHV Aurich. Zwischenzeitlich spielte er auch für Münkeboe. Bei TuRa ging er für beide Teams mit viel Erfolg auf Torejagd. Mit den Handballern feierte er den Aufstieg in die Verbandsliga Nordsee, stand dort zwei Jahre entscheidend mit für den Klassenerhalt ein. „Dass Kai keinen Kontaktsport mehr ausüben darf, ist für uns ein schwerer Verlust“, sagt TuRa-Trainer Victor Pliuto. Nicht nur im Angriff müssen jetzt andere einspringen, auch in der Abwehr muss sich TuRa neu orientieren, zumal sich Routinier Helmut Kramer verabschiedet hat und so im Herzstück der Defensive jetzt zwei Lücken klaffen.

Gronewold hatte sichschon früh mit Schmerzen im Knie auseinanderzusetzen. Als A-Jugendlicher hatte er sich bei einem Aufstiegsturnier mit TuRa das sensible Gelenk verdreht, seitdem begleiten ihn immer wiederkehrende Probleme im linken Sprungbein. Zu Anfang der vergangenen Saison schienen die Sorgen vergessen, der Zwei-Meter-Mann warf Tor um Tor, auch im zweistelligen Bereich. „Dann ist das schleichend wieder aufgetaucht. Schon beim Treppensteigen hatte ich Schmerzen“, erzählt Gronewold. Im schwierigen Abstiegskampf stellte er sich voll in den Dienst der Mannschaft, im wichtigen, erfolgreich absolvierten Endspurt schleppte er sich durch die Spiele. Der Griff ans linke Knie fiel manchem Zuschauer auf, für Gronewold wurde er fast zur Gewohnheit. Alle zwei Jahre, wenn das Knie blockierte, weil sich Knorpelteile gelöst haben, ging es für ihn zur Operation: „Das wurde immer wieder geglättet. Jetzt beim fünften Mal hat mir der Arzt klar gesagt, dass es keine Chancen mehr gibt. Das war wie ein Schlag ins Gesicht.“ Hört er nicht auf, droht ihm ein künstliches Gelenk.

Training, Spiele – damit beschäftigte er sich nach seiner Arbeit als Schlosser. „Ich habe viel Spaß gehabt, Höhen und Tiefen erlebt und viele tolle Leute kennengelernt“, sagt Gronewold. Als Zuschauer oder Betreuer das Geschehen von außen zu verfolgen, fällt ihm noch schwer, der harte Entschluss ist zu frisch. Eines weiß er genau: „Die Jungs werden es auch ohne mich schaffen.“