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Marienhafer bezwingen Tabellenführer

Bericht vom 23.02.2015

Quelle: Ostfriesischer Kurier

TuRa glückt faustdicke Überraschung gegen VfL Edewecht

Die Pliuto-Sieben führte bereits 17:10 und machte es noch einmal spannend. Am Ande bejubelten die Brookmerlander einen furiosen 24:22-Heimsieg.

Das ist ein dickes Ding: Mit einem 24:22-Heimsieg (13:9) gegen den haushohen Favoriten VfL Edewecht haben die Handballherren von TuRa Marienhafe für die große Überraschung in der Verbandsliga gesorgt. Nur eineWoche nach der Pleite beim Schlusslicht TV Langen bekamen die Brookmerlander mit dem Tabellenführer einen ganz dicken Fisch an den Haken. Dabei machten sie das Fehlen von drei Leistungsträgern wett. „Das war eine der stärksten Saisonleistungen“, gratulierte TuRa-Trainer Victor Pliuto seiner Mannschaft, an deren Chance er stets geglaubt hatte. „Ich wusste, dass
sie es können.“

Womöglich spielte die Enttäuschung in Langen kurz zuvor gar eine positive Rolle. Während die Marienhafer mit Macht vor eigenem Publikum in der Norder Conerus-Halle für Wiedergutmachung sorgen wollten und gegen den Favoriten nichts zu verlieren hatten, nahm der Spitzenreiter und kommende Oberligist aus dem Ammerland die Gastgeber wohl auf die leichte Schulter – bisher hatten die Edewechter nur gegen die Top-Teams VfL Fredenbeck II und HSG Delmenhorst verloren. Nun reiht sich TuRa ein ins Trio der Tabellenführer-Bezwinger.

Dass mit Vincent Brumund, Carsten Frevert und Sören Rossow drei erfahrene Kräfte fehlten, steckten die Marienhafer weg. Jan-Ole Frerichs und Menke Poppinga aus der A-Jugend halfen aus. „Gegen Mannschaften von oben haben wir mit hoher Motivation schon häufig gut ausgesehen. Die Jungs wollten sich beweisen“, erklärte Pliuto. „Das Potenzial ist da. Die Frage ist, wie es umgesetzt wird.“

Gegen die um 15 Punkte bessere Nummer eins fand TuRa den Schlüssel zum Erfolg: Die Abwehr der Marienhafer stand felsenfest. Dabei gefiel Torhüter Jörg Maltzahn zum wiederholten Mal als starker Rückhalt, der vier Siebenmeter parierte. So ließen die Gastgeber die Offensive des Spitzenreiters nicht zur Entfaltung kommen. Die hohe Einsatzbereitschaft von TuRa paarte sich mit Cleverness im Abschluss. Mit ihren lange ausgespielten Angriffen nahmen die Marienhafer nicht nur dem VfL den Wind aus den Segeln, sondern sie warteten zugleich auf die beste Chance zum Abschluss. Die beiden Rückraumspieler Kai Gronewold (11Treffer, davon 4 Siebenmeter) und Keno Lücken (6) waren dabei ihre erfolgreichsten Torschützen.

Der gute Start beflügelte überdies. Nach einem 2:1 für die Gäste lagen in der Folge stets die Brookmerlander vorn. Über 4:3 (10.) und 8:7 (20.) zogen sie mit einem ersten Zwischenspurt auf 11:8 (25.) davon und merkten damit früh, dass in dieser Partie einiges für sie möglich ist. Pliuto machte dem VfL Edewecht das Leben mit ständig wechselnden Abwehrformationen schwer, um den Gästeangreifern stets neue Aufgaben zu stellen. Zur Pause baute TuRa seinen Vorsprung auf vier Treffer aus und kassierte selbst in 30 Minuten nur neun Gegentore – gegen den Spitzenreiter!

Es wurde noch besser, denn Marienhafe spielte couragiert und selbstbewusst weiter. Einen tollen Lauf nutzten die TuRa-Handballer, um ihre Führung nach dem Wiederanpiff im Eiltempo auf 17:10 (38.) auszubauen. Danach allerdings wollten sie offensichtlich zu viel und packten die Brechstange aus. Überhastete Abschlüsse und technische Fehler nutzte der VfL Edewecht, um wieder auf 14:17 (40.) heranzukommen. Darauf begann für die begeisterten Zuschauer ein packendes Schlussdrittel.

TuRa besann sich wieder auf einen souveränen Abschluss. Binnen fünf Minuten setzte sich der Gastgeber auf 21:15 (45.) ab. Doch der Tabellenführer gab sich noch nicht geschlagen. Von 17:22 (48.) kamen die Gäste bis auf 21:22 (57.) wieder gefährlich nahe heran. Dem in der Schlussphase schwächelnden TuRa-Angriff gelang das 23:21. Per Siebenmeter verkürzte der VfL postwendend auf 22:23, bei 30 Sekunden Restspielzeit setzte Edewecht die Marienhafer mit offener Manndeckung unter Druck. Doch Jonas Speckmann fand die Lücke und erzielte zwei Sekunden vor dem Abpfiff den Treffer zum umjubelten Heimsieg. Der sechste Erfolg im 18. Saisonspiel bringt TuRa wieder einen wichtigen Schritt in Richtung unteres Mittelfeld.

TuRa Marienhafe: Maltzahn, Haneburger, Spinneker – Speckmann (1), Kramer, Tido Poppinga, Gronewold (11/4), Remmer Janssen (4), Lücken (6), Frerichs (2), Menke  Poppinga.